Welches Objektiv?

Wenn ihr in die Fotografie einsteigen möchtet und euch eine Kamera zulegen möchtet werdet ihr euch auch überlegen müssen was für Objektive man dazu kauft. Selbst wenn die Wahl auf eine Kompaktkamera fällt sollte man ein Auge darauf haben, welche technischen Daten das verbaute Objektiv hat.
 
Im folgenden werde ich eine kleine Übersicht an zu beachtenden Daten festhalten um Anfängern die Wahl des Objektives zu erleichtern.
 
 
Brennweite.
Die wohl wichtigste Eigenschaft ist Brennweite, die ein Objektiv zur Verfügung stellt. Diese Angabe erfolgt immer in Millimeter (mm).
Die Brennweite gibt an, wie groß der Bildwinkel ist, sprich wie groß der Bereich ist, denn das Objektiv auf dem Sensor abbilden kann. Je kürzer die Brennweite, desto größer ist der Bildwinkel und desto mehr kriegt man auf sein Bild.
Es gibt Objektive auf denen steht ein Brennweitenbereich (18-55mm; 18-105mm; 24-70mm; etc.), was dann bedeutet, dass es sich um Zoomobjektive handelt. Das sind Objektive die mehrere Brennweiten abdecken.
Steht nur ein Wert auf dem Objektiv (24mm, 35mm, 50mm, etc.) handelt es sich um eine Festbrennweite.
Wollt ihr mit Festbrennweiten mehr oder weniger auf euer Bild kriegen, so müsst ihr euren Standpunkt verändern.
 
Lichtstärke.
Es klingt erstmal so, als wenn Festbrennweiten im Nachteil wären, da der Hersteller aber nur eine Brennweite berücksichtigen muss ist es einfacher Optische Fehler im Linsensystem zu korrigieren und zeitgleich das Objektiv so zu bauen, dass es möglichst viel Licht durchlässt.
Wie viel Licht ein Objektiv auf den Sensor der Kamera bekommen kann sieht man am Blendenwert der auf dem Objekiv angegeben ist. Entweder in der Form "f/2,8" oder "1:2,8“ Das Beispiel wäre für eine Zoomobjektiv ein sehr guter Wert. Je kleiner der Blendenwert, desto größer ist die Öffnung im Objektiv durch die das Licht durchgelassen wird und entsprechend mehr Licht kommt auf dem Sensor der Kamera an. Gleichzeitig wird es für den Hersteller schwieriger eine gute Optische Leistung bereit zu stellen: Das Objektiv wird teurer. Vor allem Zoomobjektive die viel Licht durchlassen sind schwierig zu korrigieren.
Festbrennweiten sind in diesem Bereich preiswerter herzustellen.
 
Verlängerungsfaktor.
Als die ersten digitalen Spiegelreflexkameras hergestellt wurden war der Sensor aus Kostengründen kleiner als der Film der in den analogen Pendants verwendet wurde. Dadurch wurde nur ein etwas kleinerer Bereich festgehalten als der den das Objektiv eigentlich liefert. Da man nur einen Ausschnitt fotografiert hat man eine scheinbar längere Brennweite. Mit dem jeweiligen Verlängerungsfaktor kann man bereits vorher gucken wie sich die Brennweite scheinbar verändert. Auf den Objektiven wird die Brennweite immer für das Kleinbildformat angegeben. Hat man nun eine Kamera mit einem APS-C Sensor muss man die Brennweite mit 1,5 multiplizieren um die scheinbare Brennweite zu erhalten.
Fotografiert man viel im Telebereich, also zum Beispiel weit entfernte Tiere, kommt einem das natürlich zugute. Man muss nicht mehr das 300mm Objektiv sein, sondern es würde das 200mm Objektiv reichen.
Anders verhält es sich wenn man viel im Weitwinkelbereich fotografiert: Will man so viel wie bei der analogen Kamera bei 24mm auf das Bild kriegen benötigt man ein Objektiv mit 16mm, was wesentlich teurer ist.
Jeder Hersteller führt Objektive die nur für Kameras die mit kleinerem Sensor gedacht sind.
 
Was bedeuten die ganzen anderen Abkürzungen?
Jeder Hersteller versucht mit allen technischen Möglichkeiten Objektive zu verbessern.
Das sind dann Ultraschall-Motoren für den Autofokus, Nano-Vergütung der Linsen, Apo-Chromatische Linsenpaare und ähnliches. Als Anfänger reicht es wenn man sich merkt, dass das ganz toll ist und das Objektiv verbessern soll.
 
Welches Objektiv empfiehlt sich für Einsteiger?
Ich empfehle euch eine ähnliche Kombination wie die, mit der ich begonnen habe:
Eine Lichtstarke Festbrennweite: 50mm 1:1,8 oder 35mm 1:1,8 (jew. 150€-200€)
und ein Zoomobjektiv mit relativ großem Zoombereich: An Kameras mit Kleinbildsensor 28-300mm f3,5-5,6 und an Kameras mit APS-C Sensor 18-105mm 3,5.
Mit dieser oder einer ähnlichen Kombination kann man gut einsteigen und man recht einfach seinen genauen Bedarf ermitteln und die nächsten Objektive Zielgerichteter kaufen.
 
Ich bemühe mich in den kommenden Wochen das ein oder andere Objektiv direkt vorzustellen.